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Kelag-Konferenz "Erneuerbare Energie": Sicherheit in der Stromversorgung

07.11.2012

Das Leitthema „Sicherheit in der Stromversorgung" der diesjährigen Konferenz Erneuerbare Energie trifft den Hauptnerv der aktuellen Energiewendediskussion mit mehreren Fragestellungen:

Ist unsere Energieversorgung mit einem hohen Anteil von dargebotsabhängigem Windstrom und großflächiger Photovoltaik zuverlässig? Wird die gewohnte, extrem hohe Zuverlässigkeit unserer Energiesysteme durch die Energiewende gefährdet? Verlieren wir mit dem steigenden Automatisierungsgrad und der dichten IT-Vernetzung Teile unserer persönlichen Sphäre?

Signifikanter Ausbau der Netze notwendig!
Professor Dietmar Lindenberger zeichnete verschiedene Szenarien der Energiewende in Deutschland, aber: „Unabhängig davon, welches Szenario Realität werden wird, trifft ein Erfordernis immer zu: Die europäischen Leitungskapazitäten müssen bis 2050 signifikant ausgebaut werden, die Szenarien der deutschen Bundesregierung erfordern eine Verdreifachung der grenzüberschreitenden Leitungskapazitäten, damit die verstärkte Stromerzeugung erneuerbarer Energieträger optimal in das Gesamtsystem integriert werden kann.“

Klimaschutzziele nur mit Netzausbau erreichbar
Der Netzausbau in Deutschland ist aus zwei Gründen notwendig, erläutert Lindenberger. „Erstens wurden und werden verbrauchernahe Erzeugungskapazitäten aus Kohle und Kernkraft aus Klimaschutzgründen vom Netz genommen. Zweitens müssen die Stromerzeugung aus Windkraft im Norden und die Stromerzeugung aus Photovoltaik im Süden in die Verbrauchszentren und zu den Pumpspeichern in den Alpen gebracht werden.“ Alle Komponenten des Energiesystems müssten flexibel einsetzbar sein, dafür sind ausreichend dimensionierte Netzverbindungen notwendig. Lindenberger: „Nur wenn wir diese bauen, können wir die Klimaschutzziele erreichen und die CO2-Emissionen in der deutschen Stromerzeugung wie geplant von derzeit 300 Millionen Tonnen auf 100 Millionen Tonnen im Jahr 2030 senken.“

Albrecht Reuter, Fichtner IT Consulting AG, betont, dass die Energiesysteme der Zukunft um Dimensionen komplexer sein werden als sie es heute sind. „Die Energiesysteme der Zukunft werden nur durch massiven Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) beherrschbar sein.“ Reuter sagt, dass sich die Energiewende nicht nur im radikalen Umbau der gewachsenen technischen Infrastruktur manifestiere, sondern auch in der verstärkten Nutzung regional verfügbarer und damit der Dezentralisierung der Energiesysteme. „Das Zauberwort heißt Flexibilisierung und bedeutet die Optimierung der Erzeugung, die Steuerung von flexiblen Lasten, die Speicherung von Energie und die weitere Automatisierung der Netze.“

Netzausbau auch in Österreich und Kärnten notwendig
„Anders als Deutschland braucht Österreich keine Energiewende, der Anteil von Strom aus erneuerbarer Energie ist bei uns traditionell sehr hoch, der CO2-Ausstoß für die Stromerzeugung vergleichsweise niedrig“, erläutert Hermann Egger, Vorstandssprecher der Kelag. „Aber auch wir müssen die Erzeugungskapazitäten aus erneuerbarer Energie ausbauen. Und was unsere Nachbarn in Europa tun, wirkt sich auch auf Österreich aus. Ohne leistungsfähige Netze werden wir weder die Integration zusätzlicher Erzeugungskapazitäten aus erneuerbarer Energie und zusätzlicher Pumpspeicherkapazitäten gewährleisten können noch die sichere Versorgung unserer Kunden.“ Vorrangiges Netzvorhaben in Österreich sei der Ringschluss des 380-kV-Leitungssystems in Österreich, sagt Egger, wichtigstes Projekt in Kärnten sei die 220/110-kV-Netzabstützung im Großraum Villach.

An der Konferenz nahmen 220 Interessierte teil.  

Konferenz Erneuerbare Energie Kärnten

 
07.11.2012
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